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Augustinus

 
       
  Augustinus Aurelius Augustinus (354 - 430) war der größte lateinische Kirchenvater und der wichtigste Theologe zwischen Paulus und Luther. Seinen Lebensgang beschreibt er selbst in seinen « Confessiones » (Bekenntnissen): Geboren in Thagaste (heute in Algerien), war sein Vater städtischer Beamter, seine Mutter Monnica eine Christin. Nach dem Elementarunterricht kam er zur Weiterbildung in Grammatik und Rhetorik nach Madaura, später zum Hochschulstudium nach Karthago. Dort nahm er sich eine Geliebte und hatte, neunzehnjährig, ein Kind mit ihr: den Sohn Adeodatus. Zu jener Zeit begann er, sich für Philosophie und die Frage nach dem Ursprung des Bösen zu interessieren. Neun Jahre lang war er Mitglied der synkretistischen Religionsgemeinschaft der Manichäer. (Gnosis) Im Jahr 383 zog er nach Rom, schließlich wurde er als Professor der Rhetorik nach Mailand, dem Sitz des weströmischen Kaisers, berufen. In den Gottesdiensten des Bischofs Ambrosius (gest. 397) lernte Augustinus nun nicht nur die Bibel, sondern auch das neuplatonische Denken kennen. Als er sich den Schriften des Paulus zuwandte, trafen sie ihn «bis in die Eingeweide». Daneben faszinierten ihn Erzählungen des Mönchsvaters Antonius (ca. 25056). So entstand die Idee, mit einem Kreis von Freunden und Gleichgesinnten zusammenzuleben. Die Lektüre von Römer 13, 13 f. brachte die Wende seines Lebens. Zusammen mit Verwandten, Freunden und Schülern zog sich Augustinus auf das Landgut Cassiciacum zurück und widmete sich dort philosophischen Gesprächen, der Lektüre, Meditation und dem Gebet. Vor allem aber beschäftigte ihn die Frage nach der - Seele. « Gott und die Seele verlange ich zu erkennen ..., nichts sonst.» In der Osternacht des Jahres 387 ließ er sich zusammen mit seinem Sohn taufen. Nach der Rückkehr nach Afrika führte er ein asketisch-monastisches Leben und wurde dann in der Hauptstadt Hippo Regius zum Priester und 395 schließlich zum Bischof geweiht. Über 25 Jahre lang setzte sich Augustinus mit den Donatisten auseinander, die ein Sakrament nur dann für gültig ansahen, wenn dessen Spender moralisch unbescholten war. In der Auseinandersetzung mit ihnen ging es Augustinus um das richtige Verständnis der wahren Kirche und deren Heilsvermitthing. Im Streit mit den Pelagianern bildete Augustinus seine Lehre von der Gnade aus. Dabei griff er auf Paulus zurück: Die Gnade der Rechtfertigung gründe nicht im Tun des Menschen, sondern in Gott. In seinem Werk «Über den Gottesstaat» bedachte der Kirchenvater Anfang, Verlauf und Ziel der Weltgeschichte und entwickelte in diesem Zusammenhang seine Lehre vom «Reich Gottes»: : Dem « Gottesstaat » stehe der «Teufelsstaat » gegenüber. Der Ursprung beider Staaten wird auf den Anfang der Schöpfung zurückgeführt: auf die Scheidung des Lichts von der Finsternis und die Trennung der guten von den gefallenen Engeln. Am Ende der Zeiten werde der Friede des Gottesstaates einkehren; zuvor aber finde das Gericht statt, in dem die beiden Staaten voneinander getrennt werden. Der Grund, weshalb einer Bürger des Gottesstaates, ein anderer aber Bürger des reufelsstaates werde, liege in Gottes Prädestination («Vorherbestimmung ») beschlossen. Augustinus hat das Christentum grundlegend und für alle Zeiten geprägt; besonders folgenreich war seine Lehre von der Sünde und der Erlösung. Rückhaltlose Askese und Dämpfung der Triebhaftigkeit galten hinfort als höchstes Ideal. Nach Augustinus’ Meinung betrifft die Verfehlung des ersten Menschen alle Menschen: Als « Erbsünde » sei Adams Schuld auf seine Nachkommen und damit auf alle Menschen übergegangen (vgl. Röm. 5, 12). Als Augustinus am 28. August 430 starb, hinterließ er 93 Schriften mit 232 Büchern sowie zahlreiche Predigten und Briefe.  
 

 

 

 
 
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