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F FOR FAKE (F für Fälschung)

 
       
  Das ist ein irgendwie gefälschter Film über die möglicherweise falsche Biographie eines wirklich großen Kunstfälschers oder über einen Mann, der behauptet, ein wirklich großer Kunstfälscher zu sein. Angeblich führte Orson Welles Regie, sicher aber hat er den Film herausgegeben und eine Rolle darin gespielt. Der Film dreht sich hauptsächlich um die Karriere von Elmyr, einem Kunstfälscher, der vielleicht, vielleicht auch nicht, einen großen Teil der Meisterwerke moderner Kunst hergestellt hat, die heute in unseren Museen hängen. Ob Elmyr nun die ganze Zeit ein echter Fälscher war oder nur ein Teilzeit-Fälschungs-Fälscher (d.h. ob er auch soviel gefälscht hat, wie er behauptet) bleibt dahingestellt, aber der Film scheint seine Behauptung zu stützen, dass »Kunstexperten« einen echten Picasso von einem falschen genausowenig unterscheiden können wie Sie und ich und dass ihr Berufsstand nur durch frechen Bluff weiterbesteht. Im Film ist die Geschichte von Elmyrs Biographen, Clifford Irving, der später beinahe eine gefälschte Howard -Hughes-Biographie verkauft hätte, kunstvoll mit dem Elmyr-Thema verwoben. Ein Höhepunkt des Filmes besteht darin, dass sich die Zuschauer zwischen zwei einander entgegengesetzten Versionen der »Wahrheit« entscheiden sollen. Diese beiden Versionen sind: ein von Hughes unterschriebener Vertrag, dessen Echtheit von Handschrift»Experten« bescheinigt wird, und eine Stimme am Telefon, die behauptet, Hughes zu sein. Außerdem geht es um Orson Welles' Karriere als »Fälscher« (sagt er selbst) und als Meister der Täuschung in seiner Funktion als Bühnenund Filmdirektor, aber das vermischt sich mit der Geschichte der »sagenhaft reichen« Oja Kodor, die Picasso beschwindelt haben soll und merkwürdige Beziehungen zu Clifford Irving und sinistren, nie identifizierten Schweizer Bankiers unterhielt (siehe: Gnomen von Zürich). Von »Anwälten« sei er gewarnt worden, diese Seite der Geschichte nicht allzu gründlich zu erforschen, sagt Welles dazu. Aber eine Baroness spielt eine Rolle und noch ein Kunstfälscher und ... an diesem Punkt enthüllt Welles, dass ein Teil des Filmes selbst eine Fälschung ist, und überläßt es den Zuschauern herauszufinden, was sie nun glauben wollen und was nicht. Teile des Films entstanden unter der Regie von François Reichenbach, und Reichenbach hat einmal als Verkäufer für Elmyrs gefälschte Bilder füngiert; das macht die Sache noch verdächtiger. Für die Geschichte über Hughes, der in der Wüste herumläuft und statt Schuhen Kleenex-Schachteln an den Füßen trägt, gibt es einige Zeugen, aber der Verfasser des vorliegenden Werkes weiß nicht, was er von der Story über das Schinkensandwich halten soll, das jede Nacht in dem Baum versteckt war, an dem Hughes vorbeikam. Oja Kodor war auch nicht »sagenhaft reich« und hat Picasso nicht beschwindelt, wurde aber die letzte Frau Orson Welles...  
 

 

 

 
 
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